Bericht über das Jahr 2008
Jahresrückblick 2008
Das Erzählcafe, mit dem im Januar das Jahresprogramm eröffnet wurde, findet alle zwei Monate statt und erfreut sich großer Beliebtheit bei älteren und jüngeren Lousbergern.
Mit der am Lousberg aufgewachsenen Architektin Professor Maria Schwarz, deren Vortrag im Februar über die Tätigkeit von Rudolf Schwarz in Aachen und die Zusammenarbeit mit Rudolf Steinbach alle Anwesenden sehr bewegt hat, wurde vereinbart, im September unter ihrer Führung die Kirchen St. Fronleichnam und St. Bonifatius zu besuchen.
Auf der harmonisch verlaufenen Mitgliederversammlung Anfang März wurden die vier Vorstandsmitglieder für weitere zwei Jahre in ihrem Amt bestätigt.
Am Lousberg verändert sich Einiges, das den Vorstand beschäftigt:
Die ehemalige Kirchenmusikschule an der Weyhestraße, das „Gregoriushaus“ ( von ca. 1870-1883 Königl. Mengelbiersche Kutschen- und Wagenfabrik, nach Umbau bis nach dem 2. Weltkrieg „Hospiz für arbeitende Mädchen aus den Fabriken“, wiederum nach Umbau 1956 – 2007 Kirchenmusikschule), wurde von Investoren angekauft, um die Gebäudeanlage in Eigentumswohnungen umzubauen. Im Juli soll der Bauantrag gestellt werden.
Auch das denkmalgeschützte Kloster der Karmelitinnen in der Lousbergstraße soll verkauft werden. Mitglieder des Vorstands haben den Klostergarten unter Führung der Oberin besucht und sich für seinen Erhalt ausgesprochen. Die Obere Denkmalbehörde will den Garten als integralen Bestandteil der Klosteranlage in die Denkmalliste aufnehmen.
Die Stadt Aachen erwarb im Frühjahr von dem Investor, der das Kloster St. Raphael angekauft hatte, den Müschpark.
Da der Park nun öffentlich ist und der „Weiße Weg“ (Euregionaleprojekt) hindurchführt, wurden in kürzester Zeit aus Gründen der Verkehrssicherheit viele Bäume gefällt, Wege verbreitert und befestigt.
Die Denkmalbehörde befasst sich erst jetzt mit der Erstellung eines Gutachtens über die Denkmalwürdigkeit des Parks. Der Vorstand hat bei einer Begehung mit einem Vertreter des Umweltamtes sein Interesse an der Zusammenarbeit mit der Stadt bekundet. Ihn bewegen u.a. folgende Fragen :
Was geschieht mit dem Bretterzaun an der Buchenallee ?
Welche Veränderungen sind zu erwarten bei Verkauf des Gebäudes „Obere Müsch“ ?
Was passiert mit den erhaltenswerten Glaskuppeln („domes“) an der Klostermauer ?
Nach wie vor ungelöst ist das Problem der Verkehrssituation auf dem Lousberg.
Der literarisch-musikalische Spaziergang im April unter dem Titel „Frühling lässt sein blaues Band...“ mit Mona Creutzer und Christian Cadenbach vom Theater K und dem Chor Charivari fand ein so großes Interesse, dass wir diesen poetischen Frühlingsspaziergang noch im Mai wiederholten. Mit den Akteuren wurde für den Oktober eine literarisch-musikalische Einstimmung in den Herbst vereinbart.
Das Quartetto Arcato Aachen – im Mai nun schon zum dritten Mal im Pavillon – begeisterte auch in diesem Jahr die Zuhörerschar mit Musik von Haydn, Mozart und Mendelssohn-Bartholdy. Da die Musiker sehr gerne an diesem schönen Ort spielen, haben wir für das nächste Jahr wieder eine musikalische Matinee verabredet.
Im Mai wurde die denkmalpflegerische Restaurierung des barocken Gitters am Pavillon in Angriff genommen. Wie Sie sicher bemerkt haben, ist das Gitter wieder an seinem Platz, auch die Mauer ist im Juli ausgebessert und gestrichen worden. Finanziert wurde die dringend notwendige Arbeit nicht nur mit Geldern aus dem Euregionale-Fond, auch die Lousberg Gesellschaft, deren Mitglieder die Sparkasse und den Oberbürgermeister für einen Beitrag gewinnen konnten, hat zur Finanzierung beigetragen. Vor allem hat sich die Familie von Reis, anlässlich des 80. Geburtstages von Herrn von Reis, in ganz besonderer Weise engagiert.
Das große literarische Thema „Gehen“ wurde im Juni von Prof. Axel Gellhaus, RWTH Aachen und der Sprecherin Martina Rester unter dem Titel „Spaziergänger, Fernwanderer und Gipfelstürmer - Gehen, denken, schreiben“ – mit hohem literarischen Anspruch vorgestellt. Das Thema „Spaziergang“ soll uns auch im nächsten Jahr beschäftigen.
Die Romantische Nacht – organisiert vom Veranstalter der Euregionale 2008– hat im Juni zu später Stunde viele auf den Lousberg gelockt, die im Dunkeln von Lousberg-Geistern, sprich Glühwürmchen, verzaubert.
Das Sommerfest fand diesmal nach den Schulferien Mitte August statt. Unser auch in den letzten Jahren schon bewährtes Programm an Kinderspielen, Ponyreiten und Geselligkeit wurde ergänzt durch ein kleines Theaterspiel für Kinder. Es hat sich offensichtlich herumgesprochen, dass es ein besonders attraktives Fest für Kinder ist.
Das Erzählcafe für ältere Bürgerinnen und Bürger des Lousberg Viertels hat sich inzwischen gut etabliert. Alle zwei bis drei Monate treffen sie sich im Pavillon, um sich Geschichten von früher zu erzählen und über Veränderungen im Viertel zu sprechen. Karlheinz Dannert begleitet die Berichte und Erzählungen als Chronist.
Unser Mitglied Landschaftsarchitekt Prof. Heinz W. Hallmann stellte im September Ergebnisse seiner Studie zum kulturhistorischen Landschaftspotenzial des sog. „Pferdelandparks“ ( im Auftrag der Euregionale 2008) unter dem Titel „Die Kulturlandschaft im Aachener Norden“ vor. Es ging im Vortrag um die Frage, welche kulturhistorische Bedeutung diese Landschaft im Norden von Aachen, beginnend am Lousberg, über die Soers, Berensberg, bis nach Horbach zur niederländischen Grenze heute noch aufweist und welchen Wert sie hat. Insbesondere war von Interesse, wie historische Wege und Straßen, die Gutshäuser und Bauernhöfe, die ehemaligen Herrensitze - Schlösser und Burgen - sowie Gärten und Parks im Zusammenspiel mit den naturräumlichen Gegebenheiten bis heute die Kulturlandschaft prägen.
Im Oktober wurde die Ausstellung „ Gustav Grimme – Fotografien vom Lousberg“ eröffnet. Mit diesen Fotografien, die in der Zeit zwischen 1929 und 1932 Jahren entstanden sind, wollte die Lousberg-Gesellschaft an die frühere landschaftliche Umgebung und ihre Besonderheiten rund um den Lousberg erinnern. Kustos Dr. Adam C. Oellers sprach in seiner Einleitung besonders von Gustav Grimmes „dokumentarischer Seite“ einerseits und von der „malerisch - emotionalen“ Seite der Bilder andererseits. Einige ältere Besucher fühlten sich beim Betrachten der stimmungsvollen Fotografien noch lebhaft an die „üppigen Schneelandschaften“ in früheren Zeiten am Lousberg erinnert. Die Reproduktionen der alten Glasplattenbilder werden in unser Archiv übernommen, das von Herrn Dannert betreut wird.
Im November hielt der junge holländische Architekt Luc Merx einen Vortrag über sein Forschungsprojekt „Rokokorelevanz“, das sich mit den Parallelen zwischen heutiger Architektur und Design und der Gestaltung im 18. Jahrhundert beschäftigt.
Zur Herbstaktion rund um den Pavillon im November fanden sich ein gutes Dutzend Mitglieder ein, unterstützt von einem tatkräftigen Bewohner der Nizzaallee und einigen Helfern aus der Gruppe von Anette Sommer. Es galt an einem Tag unter Anleitung unseres Landschaftsarchitekten Hans Sauren eine große Zahl von Pflanzen rund um den Pavillon in den Boden zu bringen.
Der Ausklang des Jahres fand wie gewohnt im Dezember in harmonischer Stimmung statt. Musik und ein üppiges Buffet mit selbstgebackenen Köstlichkeiten erfreute wie immer die Anwesenden. Ein Rückblick in Bildern ließ das Jahr noch einmal Revue passieren.
Die Lousberg Gesellschaft hatte am Jahresende 198 Mitglieder. Viele engagierten sich aktiv bei den Pflanzaktionen, bei den wöchentlichen Informationsstunden der Besucher im Pavillon, bei der Organisation des Erzählcafes und anderer Veranstaltungen.
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