Bericht über das Jahr 2006

Jahresrückblick 2006

Das Jahresprogramm 2006 begann im Januar mit einem Vortrag unseres Mitglieds Professor Theo Buck über „Goethe heute“.

Im Februar dann fand die Jahresmitgliederversammlung der Lousberg-Gesellschaft statt - zum letzten Mal in der Aula der Hochschule für Kirchenmusik in der Weyhestraße. Der Vorstand wurde für zwei weitere Jahre einstimmig bestätigt. Der Versammlung ging voraus ein Bericht von Gertrude Helm, Stadtplanerin Köln/Aachen über die Planungen zur Euregionale 2008 im Gebiet zwischen Lousberg und Kerkrade unter dem Thema „Der weiße Weg und der Pferdelandpark“.

Weit über die Nachbarschaft hinaus hat im März die Ausstellung alter Graphiken und Bücher aus der Sammlung Crous sowohl bei den Aachenern als auch in der Presse große Resonanz gefunden.

Mit dem in der Soers aufgewachsenen Journalisten Wolfgang Trees konnten wir im April einen mit zahlreichen alten  Bildern illustrierten Blick vom Lousberg aus in die „gute, alte Soers“ werfen – „wie sie damals war – wie sie heute ist“. Auch viele Soerser fanden den Weg in den Pavillon.

Nach einer Demonstration am Tretbecken bei den Säulen unter dem Motto „Die zehn goldenen Regeln des Kneippens“, vorgeführt Ende April trotz Kälte von der Vorsitzenden Frau Reuter im Beisein vieler Kneippvereinsmitglieder, war der heiße Tee im Pavillon anschließend hochwillkommen.

Unser Mitglied Karlheinz Dannert, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Sammlung Crous, hielt im Mai einen Vortrag über „Die Nizzaallee – Bauten und Geschichten“ -  der Pavillon konnte die vielen Interessierten nicht fassen, einige versuchten noch unterm Regenschirm vor der Tür dem ungemein lebendig gehaltenen Vortrag zu folgen. Ende April 2007 wird sein Buch über die Nizzaallee mit vielen alten Plänen und Fotografien als Band 1 der Schriftenreihe der Lousberg-Gesellschaft erscheinen.

Nach der Rodung der Taxusblöcke und Büsche am Pavillon fand im Mai unsere Pflanzaktion, geleitet von unserem Beiratsmitglied und Landschaftsarchitekten Hans Sauren - mit Unterstützung des Sozialwerks unter Leitung von Annette Sommer - große Beachtung bei den Besuchern des Lousbergs, die in den folgenden Wochen die weiße Blütenpracht der Rhododendren und Azaleen bewundern konnten.

Auch für Musikveranstaltungen eignet sich der Pavillon sehr: Im Juni erfreute unsere Matinee „Mozart in Texten und Musik“, mit Walter Danz, Sprecher / Daria Großheide und Susanne Schrage, Traversflöte zahlreiche Besucher.

Die Steinzeitführung im Juni unter dem Motto „Tausche Feuerstein gegen Mammutfellmütze“ mit Kirsten Evenschor brachte unseren jungen Lousbergern auf urige Weise die Geschichte des Bergs nahe.  Dieses Angebot für Kinder sollte auch im Jahr 2007 wiederholt werden.

Nachdem im Frühjahr 39 jungen Buchen auf der Buchenallee gepflanzt worden waren, für die die Lousberg-Gesellschaft Spender geworben hatte, wurde im Juli dann der Bürgermeisterin der Stadt Aachen Astrid Ströbele unter Beteiligung zahlreicher Spender feierlich ein großer Scheck für die Neupflanzung auf der Buchenallee überreicht.

Im Juli fand auf Wunsch einiger Lousberger an einem Mittwoch im Juli ein „Erzählnachmittag“ im Pavillon statt, um gemeinsame Erinnerungen auszutauschen. In der Folge trafen sich alte und jüngere Lousberger alle zwei Monate in wechselnder Zusammensetzung – neben den Mitgliedern auch Gäste, die sich sehr über den Besuch im Pavillon freuten, Fotografien und Bilder mitbrachten und viele Geschichten vom Leben am Lousberg zu erzählen hatten. Diese Erzählnachmittage werden auch im Jahr 2007 fortgesetzt.

Eine Gruppe interessierter Mitglieder besuchte im Juli das Suermondt-Ludwig-Museum. In der  Bibliothek wurde ihnen zur Vorbereitung der Couven-Exkursion im September von der Kunst- und Architekturhistorikerin Dr. Christine Vogt Originalpläne – und Detailzeichnungen des Barockbau-meisters Johann-Josef Couven vorgelegt und erläutert.
                                   
Das Sommerfest im August  unter dem Motto „Kinderspaß“  war trotz des regnerischen Wetters ein großes Ereignis. Um die majestätischen Säulen trabten wieder wie im letzten Jahr zwei Ponys – geführt von Herrn und Frau Orawiec, die unermüdlich auch den Kleinsten halfen, auf den Ponys zu balancieren. Bogenschießen, Sackhüpfen, Kartonwettlauf und Riesenseifenblasen erfreuten Kindern und Eltern. Das Harfenspiel von Johanna Langner im Couven-Pavillon begeisterte alle, die ihr zuhörten und zusahen. Die Küche des Sozialwerks hatte die Bewirtung mit Kaffe, Kuchen, Bier, Würstchen und Bulletten übernommen, die Firma Moss die Baguettes gespendet.

Sicher wird allen die Fahrt ins Dreiländereck  Anfang September in ganz besonderer Erinnerung bleiben. Bei herrlichem Sommerwetter und in freudiger Stimmung verbrachte die Lousberg Gesellschaft auf Couvens Spuren einen Tag voll unerwartet großer Eindrücke  begeisternd geführt von Christine Vogt.

Im September beteiligte sich die Lousberg Gesellschaft am „Tag des Offenen Denkmals“, der unter dem Motto „Rasen, Rosen und Rabatten / Gärten und Parks“ stand, mit einer unterhaltsamen Führung durch unser Beiratsmitglied Ursula Borsch über den jetzt 200 Jahre alten Lousberg-Park. Im Kerstenschen Pavillon erwartete die Besucher an diesem Tag eine Ausstellung mit historischen Stichen aus der Sammlung Crous.

Danach öffnete sich im September der Pavillon für einen Tag der modernen Kunst mit drei großen Aquarellbildern von Professor Joachim Bandau. Sie korrespondierten eindrucksvoll mit ihrer vielschichtigen Transparenz und strengen Tektonik mit dem Raum, den hohen Fenstern und der ornamentalen Stuckdecke.

Im Oktober ging es weiter mit einem Vortrag unseres Mitglieds Professor Wolfgang Becker zum Thema Natur und Kunst: „Baumbart und die Geister - Natur in Künstlerphantasien“. Mit einem Gang durch die Geschichte der künstlerischen Darstellung des Baumes fesselte W. Becker die Mitglieder und Freunde.

Schon lange war eine Ausstellung „Der Lousberg als Bürgerpark“ mit privaten Fotos, Ölbildern und Postkarten unserer Mitglieder geplant. Im November wurde sie eröffnet, zusammen mit zahlreichen Bildern des Stadtarchivs, reproduziert von der Fotografin Anne Gold, wofür wir uns ganz herzlich bedanken. Zur Eröffnung spielte wiederum Johanna Langner auf ihrer Harfe.

In gesellige Aktion wurden Mitte November wieder wie im Jahr zuvor über 1000 von Frau Weiser gestiftete Narzissen - diesmal in die Rasenflächen rund um den Pavillon – gesteckt.

Die Spendenaktion für die Buchenallee fand im November einen schönen Abschluß: im Pavillon wurden den Stiftern vom Vorstand die hervorragend gestalteten Baumurkunden überreicht.

Auch im November war im Pavillon wieder Musik zu hören: Klassisches und Modernes mit dem Gitarrenduo Hans Poth und Walter Spang.

Der Abschluß des Jahres wurde im Dezember mit dem schon traditionellen Weihnachtsbrunch gefeiert – eröffnet durch eine köstliche Lesung des Schauspielers Walter Danz mit „Heitere, ironische und freche Texte zur Weihnachtszeit“.

Die Lousberg-Gesellschaft hat inzwischen 155 Mitglieder; der Vorstand tagt monatlich und wird durch einen engagierten Beirat unterstützt. Besonders hervorzuheben ist die Beteiligung der Mitglieder, die für die wöchentliche Öffnung des Kerstenschen Pavillons sorgen (geöffnet mittwochs und samstags von 15.00 – 17.00 Uhr) und sich an der Gartenpflege rund um den Pavillon beteiligen, sowie an der Pflege der Rabatte an den Säulen. Ein besonderer Dank an die Gruppe des Sozialwerks unter der engagierten Leitung der Gartenarchitektin Annette Sommer.

Januar 2007
Sibille Spiegel, Stellv. Vorsitzende